Coiffeursalon eröffnen in der Schweiz: die Checkliste

Veröffentlicht am 30. Juli 2026 · 8 Min. Lesezeit · Vom Posea-Team

Schneiden, färben und Kundschaft binden können Sie — bleibt das Unternehmen. Hier sind die Schritte, um in der Schweiz einen Coiffeursalon oder Barbershop zu eröffnen, in der Reihenfolge, in der sie wirklich auftauchen, samt den Fallen, die teuer werden, wenn man sie zu spät entdeckt. (Die Regeln unterscheiden sich je nach Kanton: Dieser Ratgeber gibt die Orientierung, Ihre Treuhänderin und Ihr Kanton geben die verbindlichen Antworten.)

1. Die Rechtsform: Einzelunternehmen oder GmbH

Das Einzelunternehmen ist schnell und günstig gegründet, aber Ihr Privatvermögen haftet für die Schulden des Salons. Die GmbH verlangt CHF 20'000 Stammkapital und beschränkt die Haftung — ein Argument, das bei Vermieterin, Bank oder Lieferant zählt. Viele Salons starten als Einzelunternehmen und wechseln zur GmbH, wenn sich der Umsatz bestätigt. Der Handelsregistereintrag ist für die GmbH obligatorisch, für das Einzelunternehmen ab CHF 100'000 Jahresumsatz.

2. Fähigkeitszeugnis und Gesamtarbeitsvertrag: die Besonderheit der Coiffure

Das ist der grosse Unterschied zur Kosmetik. Das Schweizer Coiffeurgewerbe ist durch einen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) mit landesweiter Tragweite geregelt: Mindestlöhne, Arbeitszeiten, Ferien, Weiterbildung. Er gilt auch dann, wenn Sie keinem Berufsverband angehören. Informieren Sie sich, bevor Sie den ersten Arbeitsvertrag ausstellen — ein unter dem GAV-Minimum festgelegter Lohn wird rückwirkend nachgefordert, und das tut weh. Das EFZ als Coiffeuse oder Coiffeur (oder ein als gleichwertig anerkannter Titel) wird zudem in mehreren Kantonen verlangt, um einen Salon zu führen und Lernende auszubilden.

3. Das Lokal: Mietvertrag, Wasser und Lüftung

Prüfen Sie zuerst die gewerbliche Nutzung des Lokals, dann die berufsspezifischen Anforderungen: Anzahl Waschbecken und Wasseranschlüsse, Abflüsse, eine auf Färbe- und Blondierprodukte ausgelegte Lüftung und genügend Strom für die Trockenplätze. Diese Arbeiten summieren sich rasch: Lassen Sie sie vor der Unterschrift schätzen, nicht danach. Verhandeln Sie auch Mietdauer und Kündigungsbedingungen — ein Salon braucht in der Regel mehrere Monate bis zum Reisetempo.

4. Sozialversicherungen und Deckung des Salons

  • Selbstständig: Anschluss an AHV/IV/EO bei Ihrer Ausgleichskasse; die 2. Säule bleibt freiwillig, ist aber dringend zu empfehlen.
  • Ab der ersten Angestellten oder Lernenden: AHV, obligatorische Unfallversicherung (UVG), berufliche Vorsorge (BVG) ab der Lohnschwelle und Quellensteuer für die betroffenen Mitarbeitenden.
  • Für den Salon: Berufshaftpflicht (eine Färbung kann schiefgehen), Versicherung für Lokal und Material sowie Betriebsausfall.

5. Die MWST: die Schwelle von CHF 100'000

Unter CHF 100'000 Jahresumsatz ist die Steuerpflicht freiwillig; darüber wird sie obligatorisch. Coiffeurleistungen unterliegen dem Normalsatz (8,1 %), und der Weiterverkauf von Haarprodukten folgt eigenen Regeln. Es gibt zwei Abrechnungsmethoden — effektiv oder Saldosteuersatz — und die Wahl wirkt sich spürbar auf Liquidität und Papierkram aus: Wir widmen ihr einen eigenen Ratgeber.

6. Die Kasse: der Ort, an dem am meisten Zeit verloren geht

Ein Salon kassiert viele kleine Beträge, per TWINT, Karte und bar, oft mitten im Betrieb. Planen Sie ein Zahlterminal, TWINT, eine Kasse mit 5-Rappen-Rundung, den Verkauf von Pflegeprodukten auf demselben Bon wie die Leistung und einen Tagesabschluss, der vor Ihrer Treuhänderin besteht. Wenn Sie Rechnungen stellen (Firmen, Gutscheine, Pauschalen), ist die QR-Rechnung seit 2020 der Schweizer Standard.

7. Ab der Eröffnung ausgelastet sein

Drei Dinge noch vor dem ersten Tag: ein vollständiges Google-Unternehmensprofil (Öffnungszeiten, Fotos, Adresse — das lässt Sie bei «Coiffeur in meiner Nähe» erscheinen), ein professionelles Instagram-Konto und vor allem ein Link zur Online-Buchung. Er verwandelt die Neugier des Quartiers in Termine, während Sie noch am Ausbau sind — ohne dass Sie mit Farbe an den Händen ans Telefon müssen.

8. Die drei Zahlen des ersten Quartals

Wochenumsatz, Auslastung pro Coiffeuse und durchschnittlicher Warenkorb (Leistung plus Weiterverkauf). Diese drei Kennzahlen sagen alles: ob ein Abendtermin geöffnet, jemand eingestellt oder die Preise überarbeitet werden müssen. Eine Verwaltungssoftware rechnet sie selbst aus; ein Heft verbirgt sie bis zum Jahresabschluss.

Ausgerüstet starten, ohne sich zu ruinieren

Die klassische Falle: hier ein Kalender, dort eine Kasse, anderswo eine Kundendatei — drei Werkzeuge, die nicht miteinander reden, und ein Abend pro Woche zum Abtippen. Eine Schweizer All-in-one-Software wie Posea beginnt bei CHF 19.90/Monat ohne Bindung (Terminplan pro Coiffeuse, Online-Buchung ohne Provision, TWINT-Kasse, QR-Rechnung, Kundendossiers mit Farbformeln) und wächst mit dem Salon. Die 14 Testtage sind kostenlos und ohne Kreditkarte: genug, um die Eröffnung in Ruhe vorzubereiten.

Häufige Fragen

Braucht es ein EFZ, um in der Schweiz einen Coiffeursalon zu eröffnen?

Mehrere Kantone verlangen ein EFZ als Coiffeuse oder Coiffeur beziehungsweise einen gleichwertigen Titel, um einen Salon zu führen, und für die Ausbildung von Lernenden ist es unerlässlich. Da die Anforderungen von Kanton zu Kanton unterschiedlich sind, klären Sie das vor dem Start bei der zuständigen kantonalen Stelle ab.

Gilt der Gesamtarbeitsvertrag der Coiffure für meinen Salon?

Die Branche ist durch einen Gesamtarbeitsvertrag mit landesweiter Tragweite abgedeckt, der unter anderem Mindestlöhne festlegt und unabhängig von einer Verbandsmitgliedschaft gilt. Prüfen Sie seinen Inhalt, bevor Sie den ersten Arbeitsvertrag ausstellen: Nachforderungen wirken rückwirkend.

Welches Budget braucht die Eröffnung eines Coiffeursalons?

Die grossen Posten sind der Ausbau des Lokals (Waschbecken, Lüftung, Strom), Mobiliar und Material, das Anfangslager, die Mietkaution und einige Monate Liquidität. Die bösen Überraschungen kommen fast immer vom Ausbau: Lassen Sie ihn schätzen, bevor Sie den Mietvertrag unterschreiben.

Ab wann muss ich MWST verrechnen?

Die Steuerpflicht wird ab CHF 100'000 Jahresumsatz obligatorisch; darunter ist sie freiwillig. Die Wahl der Abrechnungsmethode (effektiv oder Saldosteuersatz) treffen Sie am besten mit Ihrer Treuhänderin.

Testen Sie Posea mit Ihrem Betrieb

Terminplan, Online-Buchung, Kasse und QR-Rechnung — 14 Tage geschenkt, ohne Kreditkarte.

Konto kostenlos erstellen